Zimtsterne Rezept – der schwäbische Weihnachtsklassiker

Wer in der Adventszeit schon mal versucht hat, einen fertig gekauften Zimtstern nachzuschmecken, weiß: Das selbstgebackene Original schlägt die Supermarktvariante um Längen. Dieses Zimtsterne Rezept liefert genau das – einen weichen, mandeligen Kern mit intensivem Zimtaroma und einen glänzenden, leicht klebrigen Baiser-Guss obendrauf, wie man ihn aus der Konditorei kennt.

Anders als viele andere Plätzchen kommen Zimtsterne komplett ohne Mehl oder Butter aus. Das macht sie nicht nur besonders saftig, sondern auch für alle interessant, die auf Gluten oder Milchprodukte verzichten möchten. Wer eine noch einfachere Variante ohne Ausstechform sucht, findet die schnelle Version weiter unten im Abschnitt „Die schnelle Variante“.

Was macht klassische Zimtsterne aus

Der Zimtstern hat seinen Ursprung nicht etwa in einer Bäckerei, sondern am Kaiserhof. Nach heutigem Kenntnisstand stammt das Rezept aus Schwaben und besteht traditionell aus Eischnee, Zucker, mindestens 25 % Mandeln, Zimt und höchstens 10 % Mehl. Erstmals schriftlich erwähnt wurde ein Zimtgebäck bereits 1536, als Kardinal Lorenzo Campeggio es Kaiser Karl V. bei einem Besuch servieren ließ.

Diese Herkunft erklärt auch, warum das Rezept so kompromisslos auf Mandeln statt Mehl setzt: Mandeln waren im 16. Jahrhundert ein Luxusgut, und ein Gebäck, das fast ausschließlich daraus besteht, war entsprechend etwas Besonderes. Bis heute ist genau diese Mandel-Basis das, was einen echten Zimtstern von einem gewöhnlichen Zimtkeks unterscheidet.

Der richtige Zimt macht den Unterschied

Bei kaum einem anderen Weihnachtsgebäck lohnt sich ein Blick auf die Zimtsorte so sehr wie bei Zimtsternen. Es gibt im Wesentlichen zwei Sorten: Cassia-Zimt und Ceylon-Zimt. Nach Angaben der Verbraucherzentrale Berlin unterscheiden sich beide Sorten deutlich im Cumaringehalt – Cassia-Zimt enthält einen deutlich höheren Anteil des Aromastoffs Cumarin, der in großen Mengen die Leber belasten kann, während Ceylon-Zimt nur sehr geringe Mengen davon enthält. Da Zimtsterne zu den zimtreichsten Weihnachtsgebäcken überhaupt zählen, lohnt sich beim Selberbacken der bewusste Griff zu Ceylon-Zimt, besonders wenn Kinder mitnaschen.

Im Handel ist das nicht immer einfach zu erkennen, da viele Hersteller die genaue Zimtart nicht kennzeichnen. Im Bioladen oder Gewürzfachhandel ist Ceylon-Zimt meist explizit ausgewiesen und häufig auch als „echter Zimt“ gekennzeichnet.

Zutaten für Zimtsterne

Zutaten für Zimtsterne: gemahlene Mandeln, Puderzucker, Eiweiß und Zimt

Ergibt ca. 30–35 Stück

Für den Teig:

  • 3 Eiweiß (Größe M, kalt)
  • 250 g Puderzucker
  • 400 g gemahlene Mandeln (am besten frisch gemahlen)
  • 2 TL Ceylon-Zimt
  • ¼ TL Salz

Für den Guss:

  • 1 Eiweiß (Größe M)
  • 130 g Puderzucker
  • 1 Prise Salz

Zum Ausrollen:

  • Puderzucker nach Bedarf

Zubereitung

1. Eischnee schlagen

Eiweiß mit dem Handmixer steif schlagen, bis sich die Schüssel kopfüber halten ließe, ohne dass etwas herausläuft.

2. Guss vorbereiten

Etwa 2–3 EL des Eischnees abnehmen und beiseitestellen – das wird später der Guss. Puderzucker und Salz dazu, glattrühren und abgedeckt kühl stellen.

Zimtsterne-Teig wird mit Nudelholz auf Puderzucker ausgerollt

3. Teig fertigstellen

Puderzucker, gemahlene Mandeln, Zimt und Salz zum restlichen Eischnee geben und vorsichtig unterheben, bis ein kompakter, aber noch klebriger Teig entsteht.

4. Teig kühlen

Teig in Frischhaltefolie wickeln und mindestens 1 Stunde, idealerweise über Nacht, im Kühlschrank ruhen lassen.

5. Ausrollen und ausstechen

Arbeitsfläche mit Puderzucker bestäuben. Teig etwa 1 cm dick ausrollen und mit einer sternförmigen Ausstechform Sterne ausstechen. Die Form dabei zwischendurch in Puderzucker tauchen, damit sie nicht klebt.

6. Glasieren

Sterne mit dem vorbereiteten Guss dünn bepinseln und auf ein mit Backpapier belegtes Blech setzen.

7. Backen

Sternförmige Ausstechform drückt Zimtsterne aus dem Mandelteig

Ofen auf 130–150 °C Ober-/Unterhitze vorheizen (niedrige Temperatur ist entscheidend). Zimtsterne 15–20 Minuten backen, bis der Guss fest, aber noch hell ist. Die Sterne sollen innen weich bleiben.

8. Auskühlen lassen

Vollständig auf einem Kuchengitter auskühlen lassen, bevor sie in eine Dose umgefüllt werden.

Warum der Teig unbedingt ruhen muss

Die Ruhezeit ist bei Zimtsternen kein optionaler Schritt. Frisch zubereiteter Mandelteig ist zu klebrig zum Ausrollen und lässt sich kaum sauber ausstechen. Beim Kühlen zieht der Teig Feuchtigkeit aus den Mandeln, wird fester und deutlich einfacher zu verarbeiten. Wer es eilig hat, kann die Zeit auf eine Stunde verkürzen, sollte den Teig dann aber zusätzlich mit etwas mehr Puderzucker arbeiten, um die Klebrigkeit auszugleichen.

Die schnelle Variante

Wer keine Ausstechform besitzt oder wenig Zeit hat, kann den Teig auch einfach zu kleinen Kugeln formen und leicht flach drücken, statt ihn auszurollen und auszustechen. Geschmacklich macht das keinen Unterschied, spart aber gut 20 Minuten Arbeitszeit.

Häufige Fehler beim Zimtsterne backen

1. Ofentemperatur zu hoch: Bei zu hoher Hitze bekommt der Guss Farbe und wird bräunlich statt weiß. Lösung: konsequent bei 130–150 °C backen, auch wenn es länger dauert.

2. Teig nicht gekühlt: Ohne Ruhezeit ist der Teig zu klebrig zum Ausstechen. Lösung: mindestens 1 Stunde, besser über Nacht kühlen.

3. Glasur zu dick aufgetragen: Eine zu dicke Gussschicht reißt beim Backen. Lösung: den Guss mit einem Pinsel wirklich dünn auftragen.

4. Zu spät ausgestochen: Wird die Form nicht regelmäßig in Puderzucker getaucht, bleibt der Teig kleben und die Sterne verformen sich beim Lösen. Lösung: Ausstechform nach jedem zweiten oder dritten Stern erneut eintauchen.

Fertige Zimtsterne mit Guss, ein Keks angebissen mit sichtbarem Mandelkern

Variationen

  • Zimtsterne mit Schokolade: Statt des klassischen Baiser-Gusses können die fertig gebackenen und ausgekühlten Sterne in geschmolzene Zartbitterschokolade getaucht werden – eine beliebte Alternative, die wir in einem eigenen Rezept genauer zeigen.
  • Mit Haselnüssen: Ein Teil der Mandeln lässt sich durch gemahlene Haselnüsse ersetzen für eine kräftigere, leicht nussige Note.
  • Ohne Mehl (glutenfrei): Das klassische Rezept ist bereits von Natur aus mehlfrei und damit glutenfrei – ideal für alle mit Zöliakie oder Glutenunverträglichkeit. Mehr dazu im ausführlichen Zimtsterne-ohne-Mehl-Rezept.

Lagerung und Haltbarkeit

Zimtsterne gehören zu den Plätzchen, die durch längere Lagerung sogar noch besser werden, da sich das Zimtaroma weiter entfaltet. Wichtig ist dabei die richtige Aufbewahrung: luftdicht und trocken gelagert bleiben Lebensmittel deutlich länger frisch, da Feuchtigkeit und Luftzutritt Aroma und Textur schneller abbauen. In einer gut verschlossenen Keksdose halten sich Zimtsterne bei Zimmertemperatur problemlos 2–3 Wochen.

Häufig gestellte Fragen zum Zimtsterne Rezept

Warum wird meine Zimtsterne-Glasur nicht fest? Meist liegt es an zu hoher Luftfeuchtigkeit beim Backen oder einer zu dick aufgetragenen Gussschicht. Der Guss sollte dünn aufgetragen und bei niedriger Temperatur gebacken werden, damit er fest, aber hell bleibt.

Kann ich Zimtsterne ohne Mehl backen? Ja – das klassische Originalrezept kommt bereits vollständig ohne Mehl aus und besteht nur aus Mandeln, Eiweiß, Zucker und Zimt.

Wie lange sind selbstgebackene Zimtsterne haltbar? In einer luftdichten Dose bei Zimmertemperatur gelagert bleiben sie 2–3 Wochen frisch, oft schmecken sie nach einigen Tagen sogar noch intensiver.

Welcher Zimt eignet sich am besten für Zimtsterne? Ceylon-Zimt ist die bessere Wahl, da er deutlich weniger Cumarin enthält als der häufiger verwendete Cassia-Zimt und dabei einen milderen, feineren Geschmack hat.

Fazit

Dieses Zimtsterne Rezept bringt den echten schwäbischen Weihnachtsklassiker auf den Teller – saftig-mandelig, mit feinem Zimtaroma und dem typischen glänzenden Guss. Wer Lust auf Varianten hat, findet auf schnelrezept.com bald die Schokoladen-Version sowie das komplett mehlfreie Rezept mit ausführlichen Tipps zur Textur.

Klassische Zimtsterne Rezept mit glänzendem weißem Baiser-Guss

Klassische Zimtsterne

Verwöhnen Sie Ihren Gaumen mit diesen unwiderstehlichen Zimtsternen, die einen weichen, mandeligen Kern und ein intensives Zimtaroma bieten. Ein glänzender, leicht klebriger Baiser-Guss krönt diese Köstlichkeiten, die ganz ohne Mehl oder Butter auskommen und damit auch für gluten- oder milchfreie Ernährungsweisen geeignet sind.
Vorbereitungszeit 45 Minuten
Kochzeit 10 Minuten
Portionen 30
Kalorien 75 kcal

Zutaten
  

  • 3 Stück Eiweiß Größe M, kalt
  • 250 g Puderzucker
  • 400 g gemahlene Mandeln am besten frisch gemahlen
  • 2 TL Zimt Ceylon-Zimt empfohlen

Anweisungen
 

  • Eischnee schlagen: Das kalte Eiweiß in einer fettfreien Schüssel steif schlagen. Nach und nach den Puderzucker hinzufügen und weiterschlagen, bis ein fester, glänzender Eischnee entsteht. Etwa 3-4 Esslöffel des Eischnees für den Guss beiseite stellen.
  • Teig fertigstellen: Die gemahlenen Mandeln und den Zimt vorsichtig unter den restlichen Eischnee heben, bis eine homogene Masse entsteht.
  • Teig kühlen: Den Teig in Frischhaltefolie wickeln und für mindestens 1 Stunde im Kühlschrank ruhen lassen. Idealerweise über Nacht, damit sich die Aromen entfalten und der Teig fester wird.
  • Ausrollen und ausstechen: Den Backofen auf 140°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Eine Arbeitsfläche mit etwas Puderzucker bestäuben. Den Teig ca. 1 cm dick ausrollen. Sterne ausstechen und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen.
  • Glasieren: Die beiseite gestellte Eischneemasse gleichmäßig auf den ausgestochenen Sternen verteilen. Mit einem kleinen Löffel oder Pinsel auftragen.
  • Backen: Die Zimtsterne im vorgeheizten Ofen auf mittlerer Schiene für ca. 10-12 Minuten backen. Sie sollen am Rand leicht fest, in der Mitte aber noch weich sein.
  • Auskühlen lassen: Die Zimtsterne nach dem Backen vom Blech nehmen und auf einem Kuchengitter vollständig auskühlen lassen. Erst dann sind sie richtig fest.

Notizen

Achten Sie bei der Wahl des Zimts auf Ceylon-Zimt, besonders wenn Kinder mitessen, da dieser einen geringeren Cumaringehalt aufweist. Frisch gemahlene Mandeln verbessern das Aroma erheblich. Wenn Sie keine Ausstechformen haben, können Sie den Teig auch zu einer Rolle formen, kühlen und in Scheiben schneiden.

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