Chimichurri Rezept – Die grüne Seele Argentiniens auf deinem Teller
Wer einmal echtes Chimichurri probiert hat, versteht sofort, warum Argentinier diese leuchtend grüne Sauce zu praktisch allem servieren. Frische Petersilie trifft auf scharfen Knoblauch, Rotweinessig gibt Säure, Olivenöl macht alles geschmeidig – und das Ergebnis ist eine Explosion aus Frische und Würze, die gegrilltes Fleisch, Gemüse oder sogar einfaches Brot auf ein völlig neues Level hebt.
Das Geheimnis liegt in der Einfachheit: keine Kochzeit, keine komplizierten Techniken, nur erstklassige Zutaten und die Geduld, die Aromen 20 Minuten lang miteinander verschmelzen zu lassen. Diese Wartezeit ist nicht verhandelbar – sie verwandelt rohe Knoblauchwucht in harmonische Intensität. Das Chimichurri Rezept, das ich dir hier zeige, ist authentisch, flexibel in der Schärfe und hält sich problemlos eine Woche im Kühlschrank.
Inhaltsverzeichnis
Zutaten
Für die Kräuterbasis:
- 60 ml frische glatte Petersilie, grob gehackt (etwa 1 großer Bund)
- 60 ml frischer Koriander, grob gehackt
- 2 EL frischer Oregano, grob gehackt (oder 1 TL getrocknet)
Für die würzige Note:
- 4–8 Knoblauchzehen, fein gehackt (siehe Tipps)
- 3 EL Rotweinessig
- 1–3 TL Chiliflocken (je nach gewünschter Schärfe)
Zum Abrunden:
- 80 ml natives Olivenöl extra
- Salz und schwarzer Pfeffer nach Geschmack
Menge: Ergibt etwa 200 ml (reicht für 4–6 Portionen)
Zubereitungszeit: 10 Minuten + 20 Minuten Ruhezeit
Schritt-für-Schritt-Anleitung
Schritt 1: Kräuter vorbereiten
Petersilie, Koriander und Oregano waschen und trocken schütteln. Grobe Stiele entfernen – die zarteren können dran bleiben, sie geben sogar mehr Geschmack. Alles grob hacken, etwa in 1–2 cm große Stücke. Es muss nicht perfekt sein, der Mixer erledigt den Rest.
Schritt 2: Knoblauch schälen und hacken
Die Knoblauchzehen schälen und grob hacken. Für milderes Chimichurri nimmst du 4 Zehen, für die authentisch scharfe argentinische Version gehst du auf 6–8 hoch. Der Knoblauch ist die Seele dieser Sauce – scheue dich nicht vor ordentlich Power.
Schritt 3: Alles mixen
In einen Mixer oder eine Küchenmaschine Petersilie, Koriander, Oregano, Knoblauch, Rotweinessig und Chiliflocken geben. Im Pulsmodus etwa 8–10 Mal kurz durchmixen, bis alles grob zerkleinert ist. Wichtig: Nicht zu einem feinen Püree mixen – Chimichurri soll Textur haben, kleine sichtbare Kräuterstückchen sind gewollt.
Schritt 4: In eine Schüssel umfüllen
Die Mischung in eine Servierschüssel geben. Mit Salz und frisch gemahlenem schwarzen Pfeffer abschmecken. Vorsichtig würzen – das Olivenöl kommt noch und verdünnt die Intensität leicht.
Schritt 5: Olivenöl hinzufügen
Das native Olivenöl extra über die Kräutermischung gießen. Nicht umrühren – einfach stehen lassen. Die Sauce sieht jetzt zweischichtig aus, das ist völlig normal und gewollt.
Schritt 6: Ruhen lassen – der entscheidende Schritt
Mindestens 20 Minuten bei Raumtemperatur ziehen lassen. In dieser Zeit weicht der rohe Knoblauch auf, die Säure des Essigs mildert sich ab, und alle Aromen verschmelzen zu einem harmonischen Ganzen. Überspringe diesen Schritt niemals – er macht den Unterschied zwischen “ganz okay” und “unfassbar gut”.
Schritt 7: Vor dem Servieren umrühren
Kurz vor dem Servieren die Sauce gut durchrühren, damit sich Öl und Kräuter gleichmäßig verteilen. Falls du sie länger stehen lässt, setzt sich das Öl oben ab – einfach nochmal kräftig umrühren.

Tipps für perfektes Chimichurri
Frische Kräuter sind Pflicht: Getrocknete Petersilie funktioniert hier nicht. Die Frische der Kräuter macht den Charakter dieser Sauce aus. Nur beim Oregano kannst du zur Not auf getrocknet ausweichen.
Knoblauchmenge nach Vorliebe: Beginne mit 4 Zehen, wenn du dir unsicher bist. Du kannst nach dem ersten Abschmecken immer noch mehr hinzufügen. 8 Zehen sind authentisch argentinisch – intensiv, scharf, unfassbar aromatisch.
Nicht zu fein mixen: Chimichurri soll rustikal aussehen. Kleine Kräuterstückchen, die am Fleisch haften, sind genau richtig. Ein glattes Püree wäre Pesto, nicht Chimichurri.
Olivenöl-Qualität zählt: Nimm ein gutes natives Olivenöl extra mit kräftigem Geschmack. Billiges, raffiniertes Öl macht die Sauce platt und langweilig.
Die 20-Minuten-Regel gilt wirklich: Je länger die Sauce zieht (bis zu 2 Stunden), desto besser verschmelzen die Aromen. Über Nacht im Kühlschrank wird sie noch intensiver.
Schärfe individuell anpassen: 1 TL Chiliflocken ist mild, 2 TL mittlere Schärfe, 3 TL definitiv feurig. Taste dich langsam ran.
Variationen
Klassisch grün – ohne Koriander:
Viele Europäer mögen keinen Koriander (Seifengeschmack). Ersetze ihn einfach durch die doppelte Menge Petersilie. Die Sauce wird etwas erdiger, bleibt aber authentisch.
Chimichurri Rojo (rote Variante):
Füge 1 fein gehackte rote Paprika und 1 EL Tomatenmark hinzu. Das gibt eine leicht süßliche, rötliche Version, die besonders gut zu Schweinefleisch passt.
Mit Zitrone statt Essig:
Ersetze den Rotweinessig durch frischen Zitronensaft (etwa 3–4 EL). Das macht die Sauce heller und frischer – perfekt für Fisch oder Meeresfrüchte.
Rauchige Note:
Füge 1/2 TL geräuchertes Paprikapulver hinzu. Passt hervorragend zu gegrilltem Fleisch vom Holzkohlegrill.
Extra-würzig mit Kreuzkümmel:
1/2 TL gemahlener Kreuzkümmel gibt eine warme, erdige Tiefe. In Südamerika oft verwendet, bei uns eher unbekannt.

Aufbewahrung
Dieses Chimichurri Rezept lässt sich problemlos vorbereiten. In einem luftdichten Glas oder Behälter im Kühlschrank bis zu 5 Tage aufbewahren. Das Öl wird sich oben absetzen und fest werden – völlig normal.
Vor der Verwendung: 30 Minuten vor dem Servieren aus dem Kühlschrank nehmen und auf Raumtemperatur kommen lassen. Gut umrühren, damit sich Öl und Kräuter wieder verbinden. Falls die Sauce nach ein paar Tagen zu intensiv geworden ist, einfach mit 1–2 EL Olivenöl verdünnen.
Einfrieren funktioniert theoretisch (in Eiswürfelformen portionieren), aber die Kräuter verlieren ihre leuchtende Farbe und einen Teil der Frische. Besser: Frisch zubereiten dauert nur 10 Minuten.
FAQ
Wozu passt Chimichurri am besten?
Klassisch zu argentinischem Rindfleisch (Asado), aber auch fantastisch zu gegrilltem Hähnchen, Schweinefleisch, Lammkoteletts, gegrilltem Gemüse, gebackenen Kartoffeln oder einfach auf frischem Brot. Ich esse es sogar gern zu Rührei.
Kann ich Chimichurri als Marinade verwenden?
Bedingt. Die Säure im Essig kann Fleisch zu stark angreifen, wenn es zu lange mariniert (maximal 2–3 Stunden). Besser: Fleisch separat würzen und grillen, Chimichurri erst beim Servieren darüber geben.
Warum wird mein Chimichurri bitter?
Entweder wurde die Petersilie zu fein gemixt (dabei werden Bitterstoffe aus den Stielen freigesetzt) oder du hast zu viel Oregano verwendet. Halte dich an die Mengenangaben und mixe nur grob.
Muss ich beide Kräuter – Petersilie und Koriander – verwenden?
Nein. Traditionelles argentinisches Chimichurri enthält oft gar keinen Koriander, nur Petersilie. Die Version mit Koriander ist eine moderne Variation, die ich persönlich liebe. Mach’s, wie du magst.
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