Zwetschgenkuchen mit Pudding: Das cremige Rezept
Einleitung
Eine Puddingschicht (Zwetschgenkuchen mit Pudding) macht aus jedem Zwetschgenkuchen ein cremigeres Erlebnis. Zwischen Teig und Frucht sorgt der Vanillepudding nicht nur für Geschmack, sondern erfüllt auch eine praktische Funktion: Er nimmt überschüssige Fruchtfeuchtigkeit auf und schützt den Boden davor, durchzuweichen. Das macht diese Variante besonders beliebt bei größeren Blechkuchen, bei denen viel Fruchtsaft anfällt.
Dieses Rezept basiert auf unserem Rührteig-Grundrezept und ergänzt es um die Puddingschicht. Alle Angaben zu Teigtechnik findest du dort im Detail.
Warum Pudding im Zwetschgenkuchen funktioniert
Vanillepudding besteht im Kern aus Milch, Zucker und Speisestärke (oder Puddingpulver, das bereits Stärke enthält). Laut dem VerbraucherFenster Hessen sind Verdickungsmittel wie Speisestärke in der Lage, Wasser zu binden und dadurch das Fließverhalten von Lebensmitteln dickflüssiger zu machen. Genau dieses Prinzip macht sich die Puddingschicht zunutze: Auf dem Kuchenboden verteilt, bindet sie den Saft, der beim Backen aus den Zwetschgen austritt, bevor er den Teig durchnässen kann. Gleichzeitig bringt sie eine milde Vanillenote, die die Säure der Frucht abrundet.
Zutaten (für eine Springform, Ø 26 cm)

Für den Boden (Rührteig-Basis):
- 200 g weiche Butter
- 200 g Zucker
- 4 Eier
- 300 g Mehl
- 2 TL Backpulver
- 1 Prise Salz
Für die Puddingschicht:
- 1 Päckchen Vanille-Puddingpulver (zum Kochen, ca. 40 g)
- 500 ml Milch
- 2 EL Zucker
Für den Belag:
- 700 g Zwetschgen, entsteint und halbiert
Zubereitung in 7 Schritten

- Rührteig vorbereiten: Butter und Zucker cremig aufschlagen, Eier einzeln unterrühren. Mehl, Backpulver und Salz vermischen und unterheben. In eine gefettete Springform füllen.
- Pudding kochen: Puddingpulver mit 5 EL der abgemessenen Milch glattrühren. Restliche Milch mit Zucker aufkochen, das angerührte Puddingpulver einrühren und unter ständigem Rühren nochmals kurz aufkochen lassen, bis der Pudding andickt. Vom Herd nehmen.
- Pudding kurz abkühlen lassen: Den Pudding etwa 5 Minuten leicht abkühlen lassen, damit er nicht zu heiß auf den rohen Teig trifft, aber noch streichfähig bleibt.
- Pudding auf den Teig geben: Ofen auf 180 °C (Ober-/Unterhitze) vorheizen. Den lauwarmen Pudding gleichmäßig auf dem Rührteig verstreichen.
- Zwetschgen anordnen: Zwetschgenhälften mit der Schnittfläche nach oben dicht auf die Puddingschicht setzen und leicht andrücken.
- Backen: 45–50 Minuten backen, bis der Teigrand goldbraun ist. Da die Puddingschicht zusätzliche Feuchtigkeit einbringt, kann die Backzeit etwas länger als bei der reinen Rührteig-Variante ausfallen.
- Vollständig auskühlen lassen: Der Kuchen sollte komplett auskühlen, damit sich die Puddingschicht setzt und beim Anschneiden nicht zerläuft.

Expertentipps für die perfekte Puddingschicht
- Pudding nicht zu heiß auftragen: Wird der Pudding kochend heiß auf den rohen Teig gegeben, kann die Hitze den Teig anpunkten. Kurz abkühlen lassen, bis er noch warm, aber nicht mehr kochend ist.
- Puddingpulver zum Kochen verwenden, nicht Instant-Pulver: Instant-Puddingpulver bindet ohne Kochen und eignet sich nicht für diese Anwendung, da es andere Konsistenz-Eigenschaften beim Backen hat.
- Dünn genug streichen: Eine zu dicke Puddingschicht kann verhindern, dass der Teig darunter richtig durchbackt. Eine Schicht von etwa 0,5 cm reicht aus.
- Boden leicht vorbacken bei sehr saftigem Obst: Bei besonders reifen, saftigen Zwetschgen kann es helfen, den Teig 8–10 Minuten ohne Belag vorzubacken, bevor Pudding und Früchte aufkommen.
Häufige Fehler bei der Puddingschicht
- Pudding zu dünn gekocht: Wird der Pudding nicht lange genug erhitzt, bindet die Stärke nicht vollständig und die Schicht bleibt flüssig. Den Pudding unter Rühren mindestens 1–2 Minuten sanft köcheln lassen, nachdem er angedickt ist.
- Pudding direkt aus dem Kühlschrank verwendet: Kalter, bereits fest gewordener Pudding lässt sich schlecht gleichmäßig verstreichen. Immer frisch kochen und lauwarm verarbeiten.
- Zu viel Puddingmenge für die Kuchengröße: Bei einer kleineren Form kann überschüssiger Pudding über den Rand seitlich austreten. Die Menge gegebenenfalls an die Formgröße anpassen.
Kann ich Fertigpudding verwenden?
Ja, ein fertig gekochter Vanillepudding aus dem Kühlregal lässt sich ebenfalls verwenden, sollte dann aber vor dem Auftragen leicht erwärmt und glattgerührt werden, damit er sich streichen lässt. Der Unterschied zum selbst gekochten Pudding liegt vor allem in der Konsistenz – selbst gekochter Pudding lässt sich meist besser exakt auf die gewünschte Dicke einstellen.

Weitere Varianten entdecken
- Zwetschgenkuchen mit Quark für eine leichtere, säuerlichere Alternative zur Puddingschicht
- Zwetschgenkuchen vom Blech – die Puddingschicht eignet sich besonders gut für große Mengen
- Zwetschgenkuchen mit Rührteig für die reine Teig-Basis ohne Zusatzschicht
Häufig gestellte Fragen
Warum wird bei Zwetschgenkuchen Pudding verwendet?
Die Puddingschicht bindet überschüssige Feuchtigkeit aus den Zwetschgen und verhindert so, dass der Teigboden beim Backen durchweicht. Zusätzlich sorgt sie für eine cremige Textur und eine milde Vanillenote.
Kann ich den Pudding durch Grieß ersetzen?
Ja, eine dünne Schicht Grieß erfüllt eine ähnliche Funktion als Feuchtigkeitsbarriere, bringt aber keine cremige Textur und keinen Vanillegeschmack mit sich. Beide Methoden sind gängige Alternativen.
Muss der Pudding komplett abkühlen, bevor er auf den Teig kommt?
Nein, er sollte nur kurz abkühlen (ca. 5 Minuten), damit er noch streichfähig, aber nicht mehr kochend heiß ist. Vollständig abgekühlter Pudding wird zu fest zum Verstreichen.
Wie lagere ich Zwetschgenkuchen mit Pudding richtig?
Aufgrund der Puddingschicht sollte dieser Kuchen im Kühlschrank aufbewahrt werden, abgedeckt mit Frischhaltefolie oder in einer Kuchenbox. Er hält sich so 2–3 Tage.
Fazit
Die Puddingschicht ist eine einfache, aber wirkungsvolle Ergänzung, um Zwetschgenkuchen cremiger zu machen und gleichzeitig einen matschigen Boden zu vermeiden. Sie lässt sich mit jedem Grundteig kombinieren, passt aber besonders gut zu Rühr- oder Hefeteig. Wer eine etwas leichtere, säuerlichere Alternative sucht, findet sie in unserem Quark-Rezept.






